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Illegale Vapes erkennen: Woran man nicht erlaubte E-Zigaretten erkennt

In Deutschland gelten für E-Zigaretten klare Regeln zu Füllmenge, Nikotingehalt, Kennzeichnung und Steuer. Wer sie kennt, erkennt illegale Vapes schon an der Verpackung. Ein Überblick über die Merkmale, die Rechtslage und die möglichen Strafen.

Von Amir SEOVeröffentlicht am Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Illegale Vapes erkennen: LOVESTICKS 800 Watermelon Ice und Zero Blueberry Ice mit deutscher Verpackung

Kurz gesagt: Nikotinhaltige Einweg-E-Zigaretten und vorbefüllte Pods dürfen in Deutschland höchstens 2 ml Liquid enthalten, Nachfüllflaschen höchstens 10 ml, und die Nikotinkonzentration ist auf 20 mg/ml begrenzt. Erlaubte Produkte tragen ein deutsches Steuerzeichen, den Nikotin-Warnhinweis und einen deutschen Beipackzettel. Geräte mit Angaben wie „10.000 Züge“, großen Tanks oder ohne Steuerzeichen sind in aller Regel nicht für den deutschen Markt zugelassen. Wer solche Produkte verkauft, riskiert Geld- oder Freiheitsstrafe.

Welche Vapes sind in Deutschland erlaubt?

Erlaubt sind E-Zigaretten und Liquids, die die Vorgaben des Tabakerzeugnisgesetzes (TabakerzG) und der Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV) erfüllen und ordnungsgemäß versteuert sind. Die Regeln gehen auf die europäische Tabakproduktrichtlinie zurück und gelten in ähnlicher Form in der ganzen EU. Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:

Anforderung Regel Rechtsgrundlage
Füllmenge Einweg und vorbefüllte Pods höchstens 2 ml § 14 Abs. 1 TabakerzG [1]
Füllmenge Nachfüllbehälter höchstens 10 ml § 14 Abs. 1 TabakerzG [1]
Nikotingehalt höchstens 20 mg/ml § 14 Abs. 1 TabakerzG [1]
Sicherheit kinder- und manipulationssicher, bruch- und auslaufsicher § 14 Abs. 3 TabakerzG [1]
Kennzeichnung Inhaltsstoffliste, Nikotingehalt, Los-Nummer, Warnhinweis § 27 TabakerzV [2]
Beipackzettel „Gebrauchsinformation“ in deutscher Sprache § 26 TabakerzV [3]
Meldung Inhaltsstoffe und Emissionen vorab an die Behörde § 24 TabakerzV [4]
Steuer deutsches Steuerzeichen auf der Packung § 17 TabStG, Zoll [5][6]

Die Grenzen für Füllmenge und Nikotin gelten für nikotinhaltige Produkte. Die Steuerpflicht gilt dagegen auch für nikotinfreie Liquids [5]. Warum Einwegprodukte und Pods genau 2 ml enthalten, erklärt Wie viele Züge hat eine Vape?

Woran erkennt man illegale Vapes?

Die meisten nicht zugelassenen Produkte lassen sich schon an der Verpackung erkennen. Diese Merkmale sind typische Warnzeichen:

Merkmal Warum es auffällt
Angaben wie „6.000“, „10.000“ oder mehr Züge mit 2 ml Liquid nicht erreichbar, das Gerät hat meist einen größeren Tank
Tankvolumen über 2 ml bei Einweggeräten § 14 TabakerzG erlaubt höchstens 2 ml
Nikotin über 20 mg/ml, etwa „50 mg“ oder „5 %“ über dem gesetzlichen Höchstwert
kein deutsches Steuerzeichen Tabaksteuer nicht entrichtet
kein Warnhinweis auf Deutsch Pflichtangabe fehlt
kein Beipackzettel oder nur fremdsprachige Texte Pflicht nach § 26 TabakerzV nicht erfüllt
kein Hersteller oder Importeur mit Anschrift in der EU verantwortliche Person nicht erkennbar
Verkauf ohne Altersprüfung Verstoß gegen den Jugendschutz

Ein einzelnes Merkmal ist noch kein Beweis, mehrere zusammen sind ein deutliches Signal. Besonders aussagekräftig sind die Zugzahl und das Steuerzeichen.

Warum sind „10.000 Züge“ ein Warnsignal?

Mit 2 ml Liquid, dem gesetzlichen Maximum für Einweggeräte, sind je nach Gerät und Zugverhalten einige Hundert Züge realistisch. Die LOVESTICKS 800 gibt laut Hersteller ca. 800 Züge an. Geräte, die mit mehreren Tausend Zügen werben, brauchen dafür deutlich mehr Liquid und damit einen Tank, der über der erlaubten Grenze liegt. Manche Anbieter umgehen die Regel scheinbar mit einem 2-ml-Tank und einem zusätzlichen, fest verbundenen Vorratstank. Ob solche Konstruktionen zulässig sind, ist zweifelhaft, vorsichtig sein lohnt sich.

Was ist das Steuerzeichen?

Seit dem 1. Juli 2022 unterliegen Liquids als „Substitute für Tabakwaren“ der Tabaksteuer, auch nikotinfreie Liquids sowie Basen und Aromen zum Selbstmischen [5]. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt die Steuer 0,32 Euro je Milliliter [7]. Entrichtet wird sie über ein Steuerzeichen, das auf der Kleinverkaufspackung angebracht ist. Das Steuerzeichen für Liquids zeigt den Bundesadler und die Mengenangabe in Millilitern [6].

Anhand des Steuerzeichens ist erkennbar, ob ein Produkt ordnungsgemäß versteuert wurde [6]. Auch Einweg-E-Zigaretten und vorbefüllte Pods enthalten Liquid und tragen deshalb ein Steuerzeichen. Fehlt es, ist das ein klares Warnsignal. Wie sich die Steuer auf den Preis auswirkt, erklärt Liquidsteuer im Preis. Ein auffällig niedriger Preis für eine Einweg-Vape kann auch ein Hinweis sein, dass die Steuer nicht bezahlt wurde.

Was steht auf einer erlaubten Verpackung?

Nach § 27 TabakerzV müssen Packungen nikotinhaltiger E-Zigaretten und Nachfüllbehälter unter anderem Folgendes tragen [2]:

  • eine Liste aller Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils
  • den Nikotingehalt und die Nikotinabgabe pro Dosis
  • eine Los-Nummer
  • den Hinweis, dass das Erzeugnis nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen darf
  • den Warnhinweis „Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.“

Dazu kommt ein Beipackzettel mit der Überschrift „Gebrauchsinformation“ in deutscher Sprache. Er enthält Gebrauchs- und Aufbewahrungsanleitungen, Warnhinweise, Angaben zur suchterzeugenden Wirkung und die Kontaktdaten des Herstellers oder Importeurs [3].

Welche Strafen drohen beim Verkauf illegaler Vapes?

Das Tabakerzeugnisgesetz richtet sich in erster Linie an alle, die Produkte in den Verkehr bringen, also Hersteller, Importeure und Händler. Wer vorsätzlich E-Zigaretten oder Nachfüllbehälter verkauft, die gegen die Vorgaben zu Füllmenge, Nikotingehalt oder Sicherheit verstoßen, kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden (§ 34 TabakerzG) [8]. Fahrlässige Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten, die mit Geldbußen bis zu 30.000 Euro geahndet werden können (§ 35 TabakerzG) [9].

Hinzu kommt das Steuerrecht: Wer Ware ohne Steuerzeichen verkauft, hinterzieht Tabaksteuer. Der Zoll kontrolliert Händler und kann unversteuerte Ware sicherstellen.

Machen sich Käufer strafbar?

Für Privatpersonen, die eine nicht konforme E-Zigarette besitzen oder benutzen, sieht das Tabakerzeugnisgesetz keine eigene Strafe vor, denn es knüpft an das Inverkehrbringen an. Beim Steuerrecht sieht es anders aus: Wer Ware ankauft, für die Tabaksteuer hinterzogen wurde, um sich oder einen Dritten zu bereichern, kann sich wegen Steuerhehlerei strafbar machen (§ 374 Abgabenordnung) [10]. Das Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Wer illegale Vapes weiterverkauft, gilt selbst als Händler.

Unabhängig von der Strafbarkeit gilt: Bei nicht zugelassenen Produkten sind Inhaltsstoffe, Nikotingehalt und Akkusicherheit nicht behördlich gemeldet und nicht überprüfbar.

Wo kauft man erlaubte Vapes?

Seriöse Händler verkaufen nur an Erwachsene, prüfen beim Onlinekauf das Alter und bieten versteuerte, gekennzeichnete Ware an. Im Zweifel hilft ein Blick auf die Packung: Steuerzeichen, deutscher Warnhinweis, Inhaltsstoffliste und Beipackzettel sollten vorhanden sein. E-Zigaretten und Liquids werden nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben. Was der Jugendschutz im Einzelnen regelt, steht in Ab wann darf man vapen?

Bei LOVESTICKS enthalten Einweggeräte wie die LOVESTICKS 800 und vorbefüllte Pods jeweils 2 ml. Für mehr Liquid pro Füllung gibt es nachfüllbare Systeme wie die LUVX Velora mit 10-ml-Pod und Liquids wie LIQIT in der 10-ml-Flasche.

Was ändert sich bei Einweg-E-Zigaretten?

Neben den Regeln des Tabakrechts kommen für Einweggeräte neue Vorgaben aus dem Batterierecht. Was ab 2027 für fest verbaute Akkus gilt, erklärt Einweg-Vape-Verbot. Egal ob erlaubt oder nicht: Verbrauchte E-Zigaretten gehören nicht in den Hausmüll. Wie man sie richtig entsorgt, steht in Vapes und E-Zigaretten entsorgen.

Häufige Fragen

Welche Vapes sind in Deutschland erlaubt?

Nikotinhaltige Einweggeräte und Pods mit höchstens 2 ml, Nachfüllflaschen mit höchstens 10 ml, jeweils mit höchstens 20 mg/ml Nikotin. Dazu kommen Kennzeichnung, deutscher Beipackzettel und Steuerzeichen.

Woran erkenne ich eine illegale Vape?

Typische Warnzeichen sind Angaben wie „10.000 Züge“, ein Tank über 2 ml, mehr als 20 mg/ml Nikotin, ein fehlendes Steuerzeichen und ein fehlender deutscher Warnhinweis.

Ist eine Vape mit 10.000 Zügen illegal?

Mit 2 ml Liquid sind so viele Züge nicht erreichbar. Solche Geräte haben meist einen größeren Tank und sind dann für den deutschen Markt nicht zugelassen.

Welche Strafe droht Händlern?

Bei vorsätzlichem Verkauf nicht konformer E-Zigaretten Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, bei Fahrlässigkeit Geldbußen bis 30.000 Euro. Dazu können steuerrechtliche Folgen kommen.

Mache ich mich strafbar, wenn ich eine illegale Vape kaufe?

Das Tabakerzeugnisgesetz bestraft vor allem den Verkauf. Wer aber unversteuerte Ware ankauft, um sich zu bereichern, kann sich wegen Steuerhehlerei strafbar machen.

Was ist das Steuerzeichen auf Liquids?

Eine Banderole auf der Packung, mit der die Tabaksteuer entrichtet wird. Sie zeigt den Bundesadler und die Menge in Millilitern.

Brauchen nikotinfreie Liquids ein Steuerzeichen?

Ja. Die Tabaksteuer auf Liquids gilt unabhängig vom Nikotingehalt.

Wie viel Nikotin darf eine Vape enthalten?

Höchstens 20 mg/ml. Bei 2 ml Füllmenge sind das maximal 40 mg Nikotin je Gerät oder Pod.

Wo melde ich illegale Vapes?

Zuständig für die Überwachung sind die Lebensmittel- und Verbraucherschutzbehörden der Länder, für steuerliche Fragen der Zoll.

Quellen

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